Vier Tage glanzvolles Jubiläumsfest
3. August 2011 | Von masteruser | Kategorie: 105 Jahre Musikverein Kirrlach, Aktuelles, TopNews
Ein attraktives Festprogramm begeisterte die Festbesucher
Bei der von der Kärntener Trachtenkapelle Flattach unter der Leitung von Michaela Vierbauch eindrucksvoll gestalteten sonntäglichen Festmesse empfahl Pfarrer Christian Breunig noch Gottvertrauen, als Regentropfen auf das vollbesetzte Festzelt prasselten. Doch es half nichts. Der Regen hörte nicht mehr auf. Doch das hielt den Musikverein Kirrlach nicht davon ab, mit dem Rest der ebenso durchhaltewilligen Ortsvereine einen farbenfrohen Umzug am Nachmittag durch die geschmückten Straßen zum Festzelt zu machen, wo dann alle zwar patschnass, aber mit viel Herz die Flattacher Musiker im proppevollen Festzelt verabschiedeten.
Schon am Freitagabend hatte die Vorsitzende Esther Wirth das 105-jährige Jubiläum zusammen mit den zauberhaften Ehrendamen Nadine Fillinger, Melina Senger und Lena Stadler, die einen tollen Prolog vortrugen, die vier Festtage eröffnet. Esther Wirth dankte allen Sponsoren, Ortsvereinen, Mitgliedern und vor allem auch Bürgermeister Walter Heiler mit dem Bauhof und den Gärtnern für die große Hilfe bei der Vorbereitung des Festes. Bei der herzlichen Begrüßung der Flattacher Gäste wies sie darauf hin, dass mit dem Flügelhornisten Sepp Schmidl ein Flattacher Musiker ununterbrochen bei allen Vereinsfesten seit 1963 beim Ehrenmitglied und ehemaligen Fagottisten Hugo Schmitteckert zu Gast ist. “Karl Stadler, sen. hat die Freundschaft mit Flattach in die Wege geleitet. Wir wünschen uns sehr, dass sie noch viele Jahre bestehen wird”, so die Vorsitzende. Bürgermeister und Schirmherr Walter Heiler schilderte in seiner mit historischen Anekdoten gespickten kurzweiligen Festrede die wechselvolle Geschichte des Jubilars. Er ging insbesondere auf die bleibenden Verdienste der über eine längere Zeitspanne dem Verein dienenden Vorsitzenden Herbert Wirth (18 Jahre) und Stefan Vogelbacher (12 Jahre) ein, die im Verein starke Spuren ihres Wirkens hinterlassen haben und noch heute wichtige Aktivposten im Verein sind. Heiler: “Wir erinnern uns noch alle gern an das große Milleniumskonzert im Jahr 2000 unter Stefan Vogelbacher, wo zum ersten Mal Frohsinn, Musikschule und Musikverein vor über 1200 Zuhörern gemeinsam musizierten und einen spannenden Konzertabend gestalteten.” Walter Heiler meinte in seiner Würdigung der Arbeit des Vereins: “Um ein Musikinstrument zu erlernen und später zu beherrschen, dazu braucht man Geduld, Selbstdisziplin, Kreativität und Ausdauer. Und das Musizieren in der Gruppe führt zu einem überaus guten Sozialverhalten.” Er ehrte zusammen mit Esther Wirth eine große Zahl von passiven Mitgliedern, darunter auch als herausragende Ehrung die neuen Ehrenmitglieder, die dem Verein 40 Jahre die Treue gehalten haben.
Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt:
- Gerhard Baader
- Albertus Berlinghof
- Robert Hauck
- Willi Heger
- Heinrich Heiler
- Wilfried Maruschke
- Thomas Müller
- Walter Kahlstadt
- Luise Schmalzhaf
- Theo Schreiber
- Manfred Schuhmacher
- Erich Steinle
- Johann Tittmann
- Franz Vogelbacher
- Karl Vogelbacher.
Karl Heinz Debatin vom Blasmusikverband Karlsruhe lobte die Kirrlacher für ihre profilierte musikalische Arbeit und konnte eine große Zahl von aktiven Musikern ehren, darunter Thomas Müller und Johann Tittmann für 40 Jahre aktives Musizieren mit der Goldenen Ehrennadel des Bundes deutscher Blasmusikverbände. Neben dem Jubelverein unter der Leitung von Karl Benz sorgten die Trachtenkapelle, der Gesangverein Frohsinn und der Liederkranz für eine sehr ansprechende musikalische Umrahmung des Festbanketts. Die Formation “Jazz Perplex” vom Tanzsportklub Waghäusel bot eine phantastische Tanzshow. Sandro Quarata sprach für alle Kirrlacher Ortsvereine und lobte den Jubilar als verlässlichen Partner im Kirrlacher Vereinsleben. Pfarrer Christian Breunig und Pfarrerin Charlotte Kurtz-Höfle dankten dem Verein für sein vielfältiges Engagement bei kirchlichen Veranstaltungen. Von der Musikschule erinnerte Karl-Heinz Steffan an die nun schon seit genau 25 Jahren praktizierte erfolgreiche Zusammenarbeit der örtlichen Musikvereine mit der Musikschule bei der Ausbildung der Jungmusiker, die der damalige Stadtrat Artur J. Hofmann in die Wege geleitet hatte. Der Flattacher Vizebürgermeister Christoph Vierbauch appellierte an die jungen Leute der beiden Vereine, das fast 50 Jahre alte Band der Freundschaft nicht reißen zu lassen. Der bewegende Abschied am Sonntagnachmittag lässt hoffen.
Am Samstagabend begeisterten die “Katzbachtaler” mit einer fetzigen Volksmusik ihr Publikum, das begeistert mitmachte. Nach dem Umzug am Sonntagnachmittag gab es im Festzelt keinen freien Sitzplatz mehr, das Jugendorchester und der Musikverein Obergrombach spielten im Festzelt auf, bis dann die Rhine-River-Bigband mit tollen Jazztiteln einen musikalischen Leckerbissen nach dem anderen servierte. “Die Rhine-River-Band spielt hier in der Region in der Bundesliga der Bigbands”, kommentierte ein begeisterter Zuhörer.
Der sonntägliche Wetterumschlag in tiefere Temperaturen hielt zwar auch am Montag noch an, aber das tat der Stimmung im Festzelt keinen Abbruch. Der Handwerkerfrühschoppen mit Wellfleisch war gut besucht und die vereinsinterne Formation “Freunde der Volksmusik” sorgte für einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen dieses gemütlichen Zusammenseins.
Ganz ohne Zweifel aber war der Schlagerabend am Montag der Publikumsmagnet dieses Jubiläumsfestes. Wer hier nicht dabei war, der hat wirklich etwas versäumt. Es waren zweieinhalb Stunden bester Unterhaltung mit Solisten und Gesangsgruppen vom Ort fürs Ort, die mit ihren Beiträgen Begeisterungsstürme entfachten. Ob Andreas “Buschi” Baader als Solist für den FC Olympia, das Echo des Heimatvereins, die KiKaGe, das Tränentrio (Walter Heiler, Herbert Wirth, Lutz Schöffel), Erwin Mayer mit Robert Vogelbacher vom Liederkranz, die Forthogger, der Frohsinn mit seinem Kleinen Chor und der Kirchenchor oder Roland Oechsler für den Tennisclub mit “New York”: Alle haben für einen unvergesslichen Abend gesorgt. Es bebte das Zelt, als die Festbesucher zum Schluss gemeinsam das Kirrlacher Lied “s’ gibt keine Nachtigall” mit Inbrunst in die späte Nachtstunde hinein sangen. So einmalig schön war es halt an diesem Abend.
Artur J. Hofmann
Ein Fotoalbum mit allen Bildern steht hier bereit.
